Almas – Mythische Wesen aus dem Kaukasus

von | 19. Okt 2020

Annika Sterner

 Almas gehören zu den Kryptiden, ihre Existenz wird bis heute angezweifelt. Das Wort Alma ist mongolisch und bedeutet „der Wildmensch“. Eine weit verbreitete Theorie, die auf viele Affenmenschen zutrifft, besagt, dass die Almas in direkter Linie von den Neandertalern abstammen.

Die Behaarung ist fast überall am Körper vorhanden, jedoch deutlich spärlicher als bei anderen Affenmenschen. Die Haarfarbe ist mit warmen Erdtönen vergleichbar und wird von rötlich-braun bis schwarz beschrieben. Vom Hinterkopf bis zum Rücken hängt eine Mähne von krausem, langen Haar, was eine optische Verbindung zum Menschen unterstreicht. Die Haut der Almas soll dunkelgrau bis schwarz gefärbt sein. Das Gesicht weist starke menschliche Züge auf und ausgeprägte Wangenkno- chen. Ein breiter Mund, eine flache Stirn und ein zapfenförmiger Hinterkopf sind charakteristisch für das Wesen. Auffällig sind die Augenbrauenwülste und das breite Gesicht. Almas können bis zu zwei Meter groß werden, haben einen kräftigen Körperbau und lange Arme. Die Weibchen haben hängende Brüste. Sie sind vor allem nachtaktiv und sollen sich zwar teilweise gebückt, aber auf zwei Beinen laufend fortbewegen.

In der Mythologie Zentralasiens stellt man sich unter den Namen Āl, Almasti und Albasti ein fettes, stark behaartes, altes Weib mit lang herabhängenden Brüsten vor, eine davon über die Schulter geworfen. In dieser Mythologie gehören Almas zu einer Gruppe von Dämonen, die im Volksglauben von Christen und Muslimen über ein weites Gebiet vom Kaukasus über Zentralasien verbreitet sind. Die meisten Dämonen sind weiblich.

Mitte des 19. Jahrhunderts fingen einige Jäger im Kaukasus eine behaarte, affenähnliche Frau. Optisch glich sie damals mehr einem Tier als einem Menschen, war aber deutlich als Frau zu identifizieren. Sie war ungewöhnlich stark und konnte sich sehr schnell fortbewegen. Diese gezähmte Wildfrau lebte in einem kaukasischen Bergdorf als Sklavin unter dem Namen Zana. Sie wurde Männern zum Geschlechtsverkehr angeboten und gebar in dieser Zeit vier Kinder. Die Kinder wuchsen nicht bei ihr auf, sondern wurden ihr gleich nach der Geburt weggenommen. Von einem ihrer Söhne, der den Namen Kwit trägt, existieren heute noch Fotos. Trotz ihres täglichen Umgangs mit Menschen konnte Zana bis zu ihrem Tod nur unverständliche Laute von sich geben. Noch heute bringt man sie mit den Almas in Verbindung.

Hier ist der Beitrag zum ganzen Illustrationsprojekt Mythos Affenmensch.